Ein bestehendes Unternehmen in der Schweiz zu kaufen, kann eine attraktive Möglichkeit sein, sich selbstständig zu machen, das eigene Geschäft zu erweitern oder eine neue unternehmerische Herausforderung anzunehmen. Im Gegensatz zu einer Neugründung übernimmt ein Käufer einen bereits bestehenden Betrieb mit vorhandenen Kunden, Mitarbeitenden, Geschäftsprozessen und möglicherweise einer etablierten Marktposition. Dadurch kann der Einstieg in die Selbstständigkeit erleichtert werden.
Allerdings ist der Kauf eines Unternehmens mit verschiedenen Herausforderungen verbunden. Neben dem Kaufpreis müssen die wirtschaftliche Situation, die rechtlichen Rahmenbedingungen, bestehende Verpflichtungen und die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten sorgfältig geprüft werden. Eine unzureichende Vorbereitung kann dazu führen, dass finanzielle Risiken übersehen oder wichtige Vertragsbedingungen nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Wer ein Unternehmen in der Schweiz kaufen möchte, sollte deshalb den gesamten Übernahmeprozess systematisch planen. Von der Suche nach einer geeigneten Firma über die Unternehmensbewertung bis hin zu den Kaufverhandlungen und der anschliessenden Übergabe sind mehrere Schritte entscheidend.
Warum ein bestehendes Unternehmen kaufen?
Der Kauf eines bestehenden Betriebs bietet verschiedene Vorteile gegenüber einer Unternehmensgründung. Besonders für Personen mit unternehmerischen Zielen kann eine bereits etablierte Firma einen interessanten Ausgangspunkt darstellen.
Vorhandene Kunden und Geschäftsbeziehungen übernehmen
Ein bestehendes Unternehmen verfügt häufig über einen festen Kundenstamm und langjährige Geschäftsbeziehungen. Diese können eine wichtige Grundlage für die zukünftige Geschäftsentwicklung bilden.
Anstatt zunächst neue Kunden gewinnen zu müssen, kann der Käufer auf bestehende Kontakte aufbauen. Voraussetzung ist allerdings, dass wichtige Kundenbeziehungen auch nach dem Eigentümerwechsel erhalten bleiben.
Etablierte Marktposition nutzen
Viele Schweizer KMU haben sich über Jahre hinweg eine stabile Position in ihrer Branche aufgebaut. Sie verfügen über einen bekannten Namen, wiederkehrende Kunden und eingespielte Geschäftsabläufe.
Ein Käufer kann von diesen Strukturen profitieren und muss nicht sämtliche betrieblichen Grundlagen selbst entwickeln.
Mitarbeitende und Fachwissen übernehmen
Qualifizierte Mitarbeitende sind für zahlreiche Unternehmen ein wichtiger Erfolgsfaktor. Beim Unternehmenskauf können bestehende Teams und deren Fachkenntnisse einen wesentlichen Mehrwert darstellen.
Gleichzeitig sollte geprüft werden, welche Schlüsselpersonen für den Betrieb besonders wichtig sind und wie ihre langfristige Zusammenarbeit gesichert werden kann.
Schneller in die Selbstständigkeit starten
Eine Neugründung benötigt häufig viel Zeit für den Aufbau von Kundenbeziehungen, die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen sowie die Einrichtung betrieblicher Prozesse.
Beim Kauf einer bestehenden Firma können viele dieser Voraussetzungen bereits vorhanden sein. Dennoch ist eine sorgfältige Einarbeitung notwendig, um den Betrieb erfolgreich weiterzuführen. Unternehmer, die ihre Firma verkaufen Schweiz möchten, können hier eine Möglichkeit zur Suche nach geeigneten Nachfolgern nutzen.
Die passende Firma in der Schweiz finden
Die Suche nach einem geeigneten Unternehmen ist der erste wichtige Schritt. Dabei sollte nicht nur die Branche entscheidend sein. Auch die Unternehmensgrösse, die finanzielle Situation, der Standort und die persönlichen Ziele des Käufers müssen berücksichtigt werden.
Eigene Ziele und Erwartungen definieren
Bevor die Suche beginnt, sollte der Kaufinteressent seine unternehmerischen Vorstellungen konkretisieren.
Wichtige Fragen sind:
- In welcher Branche möchte ich tätig werden?
- Welche Unternehmensgrösse passt zu meinen Möglichkeiten?
- Möchte ich das Unternehmen selbst führen?
- Welche finanziellen Mittel stehen zur Verfügung?
- Soll der Betrieb regional oder überregional tätig sein?
- Welche Erfahrungen und Qualifikationen bringe ich mit?
- Welche langfristigen Ziele verfolge ich?
Eine klare Vorstellung erleichtert die Suche und verhindert, dass ungeeignete Angebote unnötig viel Zeit beanspruchen.
Branche und Geschäftsmodell analysieren
Nicht jede Branche eignet sich für jeden Käufer. Deshalb sollten persönliche Interessen und berufliche Kenntnisse mit den Anforderungen des jeweiligen Geschäftsfeldes übereinstimmen.
Ein Unternehmen im Handwerk stellt beispielsweise andere Anforderungen als ein Handelsbetrieb, ein Dienstleistungsunternehmen oder ein Produktionsbetrieb.
Neben der Branche sollte auch das Geschäftsmodell verstanden werden. Entscheidend ist, wie das Unternehmen Einnahmen erzielt, welche Kosten entstehen und welche Faktoren den wirtschaftlichen Erfolg beeinflussen.
Region und Standort berücksichtigen
Der Standort kann einen erheblichen Einfluss auf die Zukunft eines Unternehmens haben.
Wichtige Faktoren sind die Erreichbarkeit für Kunden, die Nähe zu Lieferanten, die regionale Wettbewerbssituation und die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeitender.
Bei Unternehmen mit starkem regionalem Bezug sollte ausserdem untersucht werden, ob die bestehende Kundschaft auch nach einem Eigentümerwechsel erhalten bleibt.
Firmenbörsen für die Suche nutzen
Eine spezialisierte Firmenbörse Schweiz kann den Zugang zu Unternehmen erleichtern, die aktiv zum Verkauf angeboten werden.
Kaufinteressenten erhalten dort die Möglichkeit, verschiedene Angebote zu vergleichen und gezielt nach Betrieben zu suchen, die zu ihren Vorstellungen passen.
Besonders hilfreich ist eine strukturierte Suche nach Branche, Unternehmensgrösse, Standort und weiteren relevanten Kriterien. Dadurch lässt sich die Auswahl besser eingrenzen und der Kontakt zu potenziellen Verkäufern gezielter gestalten.
Die finanzielle Ausgangslage realistisch einschätzen
Bevor konkrete Kaufverhandlungen beginnen, sollte der Interessent seine eigene finanzielle Situation analysieren. Der Kaufpreis ist nämlich nicht die einzige Ausgabe, die bei einer Unternehmensübernahme entstehen kann.
Eigenkapital und verfügbare Mittel bestimmen
Zunächst muss geklärt werden, wie viel Eigenkapital für den Kauf zur Verfügung steht.
Dabei sollten private finanzielle Verpflichtungen und mögliche Reserven berücksichtigt werden. Es ist nicht empfehlenswert, sämtliche verfügbaren Mittel ausschliesslich für den Kaufpreis einzusetzen.
Ein finanzieller Puffer kann notwendig sein, um unerwartete Ausgaben oder vorübergehende Liquiditätsengpässe nach der Übernahme auszugleichen.
Fremdfinanzierung prüfen
Je nach Kaufpreis und finanzieller Situation kann eine Finanzierung durch Banken oder andere Kapitalgeber erforderlich sein.
Vor einem Finanzierungsgespräch sollten aussagekräftige Unterlagen vorbereitet werden. Dazu gehören ein Überblick über die eigene finanzielle Situation, Informationen zum Zielunternehmen und eine erste Einschätzung der zukünftigen Geschäftsentwicklung.
Die Finanzierung sollte möglichst früh geklärt werden, damit der Käufer bei passenden Angeboten handlungsfähig bleibt.
Zusätzliche Übernahmekosten einplanen
Neben dem eigentlichen Kaufpreis können weitere Kosten entstehen, beispielsweise für:
- Unternehmensbewertung
- Rechtsberatung
- Steuerberatung
- Finanzielle Prüfung
- Vertragsgestaltung
- Notwendige Investitionen
- Technische Modernisierungen
- Beratung während der Übergabe
Auch der zukünftige Betriebskapitalbedarf sollte berücksichtigt werden. Ein Unternehmen benötigt ausreichend Liquidität, um laufende Kosten und betriebliche Verpflichtungen erfüllen zu können.
Den Unternehmenswert richtig beurteilen
Eine realistische Bewertung ist entscheidend, damit der Käufer nicht mehr bezahlt, als das Unternehmen wirtschaftlich rechtfertigt.
Der vom Verkäufer gewünschte Kaufpreis sollte deshalb nicht ungeprüft übernommen werden.
Finanzielle Kennzahlen untersuchen
Die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Geschäftsjahre liefert wichtige Hinweise auf die Stabilität des Betriebs.
Besonders relevant sind:
- Umsatz der vergangenen Jahre
- Jahresgewinne und Verluste
- Betriebsergebnis
- Personalkosten
- Fixkosten und variable Kosten
- Liquidität
- Eigenkapital
- Bestehende Kredite
- Offene Forderungen
- Laufende Investitionen
Dabei sollte nicht nur ein einzelnes Geschäftsjahr betrachtet werden. Eine mehrjährige Analyse zeigt besser, ob das Unternehmen nachhaltig wirtschaftlich arbeitet.
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten berücksichtigen
Maschinen, Fahrzeuge, Immobilien, Lagerbestände und technische Anlagen können den Unternehmenswert beeinflussen.
Gleichzeitig müssen bestehende Verpflichtungen berücksichtigt werden. Dazu zählen Kredite, Leasingverträge, offene Rechnungen und mögliche finanzielle Risiken.
Ein scheinbar günstiger Kaufpreis kann sich als wenig attraktiv erweisen, wenn hohe Investitionen oder zusätzliche Verpflichtungen auf den Käufer zukommen.
Zukunftspotenzial einschätzen
Neben den bisherigen Ergebnissen ist die zukünftige Entwicklung entscheidend.
Mögliche Wachstumsmöglichkeiten können sich beispielsweise durch neue Produkte, zusätzliche Dienstleistungen, digitale Vertriebswege oder die Erschliessung weiterer Kundengruppen ergeben.
Solche Chancen sollten jedoch realistisch bewertet werden. Ein zukünftiges Wachstum ist nicht garantiert und darf nicht ohne nachvollziehbare Grundlage in die Kaufpreisberechnung einfliessen.
Die Due Diligence sorgfältig durchführen
Die Due Diligence ist eine umfassende Prüfung des Unternehmens vor dem Kaufabschluss. Sie ermöglicht dem Käufer, die tatsächliche wirtschaftliche und rechtliche Situation des Betriebs besser zu verstehen.
Finanzielle Prüfung
Bei der finanziellen Due Diligence werden die Geschäftszahlen und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit untersucht.
Dabei sollte geprüft werden, ob die ausgewiesenen Umsätze und Gewinne nachvollziehbar sind und ob aussergewöhnliche Einnahmen oder Ausgaben die Ergebnisse beeinflusst haben.
Auch die Liquiditätsplanung und die Entwicklung der laufenden Kosten sind wichtige Bestandteile dieser Prüfung.
Rechtliche Prüfung
Die rechtliche Due Diligence untersucht unter anderem:
- Gesellschaftsform und Eigentumsverhältnisse
- Bestehende Arbeitsverträge
- Kunden- und Lieferantenverträge
- Miet- und Leasingvereinbarungen
- Laufende Rechtsstreitigkeiten
- Bewilligungen und behördliche Auflagen
- Marken- und Nutzungsrechte
- Versicherungsverträge
- Bestehende Verpflichtungen
Besonders wichtig ist es, festzustellen, welche Rechte und Pflichten bei der Übernahme auf den Käufer übergehen.
Steuerliche Prüfung
Steuerliche Verpflichtungen können die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens erheblich beeinflussen.
Deshalb sollten offene Steuerforderungen, vergangene Steuerperioden und mögliche steuerliche Risiken geprüft werden.
Ein Steuerberater kann dabei helfen, die finanziellen Folgen der geplanten Transaktion einzuschätzen.
Operative Prüfung
Auch die tatsächlichen Geschäftsabläufe müssen untersucht werden.
Dazu gehören die Organisation der Mitarbeitenden, Produktionsprozesse, technische Ausstattung, Lagerhaltung, Kundenbetreuung und interne Verwaltung.
Der Käufer sollte verstehen, wie der Betrieb funktioniert und welche Aufgaben nach der Übernahme besondere Aufmerksamkeit benötigen.
Share Deal oder Asset Deal wählen
Beim Unternehmenskauf in der Schweiz spielt die Art der Transaktion eine wichtige Rolle. Grundsätzlich wird häufig zwischen einem Share Deal und einem Asset Deal unterschieden.
Share Deal
Bei einem Share Deal erwirbt der Käufer Gesellschaftsanteile, beispielsweise Aktien oder Stammanteile einer bestehenden Gesellschaft.
Die Gesellschaft bleibt als Rechtsträger bestehen. Ihre Vermögenswerte, Verträge und Verpflichtungen verbleiben grundsätzlich bei ihr.
Der Käufer sollte deshalb besonders sorgfältig prüfen, welche bekannten und möglichen Risiken mit der Gesellschaft verbunden sind.
Asset Deal
Bei einem Asset Deal werden einzelne Vermögenswerte oder bestimmte betriebliche Bestandteile übernommen.
Dazu können Maschinen, Fahrzeuge, Lagerbestände, Kundenbeziehungen oder andere Wirtschaftsgüter gehören.
Welche Verträge, Rechte und Verpflichtungen übertragen werden können, muss im Einzelfall rechtlich geprüft werden.
Die geeignete Übernahmeform bestimmen
Welche Variante besser geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Rechtsform des Unternehmens
- Gewünschter Umfang der Übernahme
- Bestehende Verbindlichkeiten
- Vertragsverhältnisse
- Steuerliche Auswirkungen
- Rechtliche Risiken
- Vorstellungen von Käufer und Verkäufer
Eine rechtliche und steuerliche Beratung ist sinnvoll, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.
Kaufverhandlungen professionell vorbereiten
Nach einer positiven Unternehmensprüfung beginnt die konkrete Verhandlungsphase. Hier werden nicht nur der Kaufpreis, sondern auch zahlreiche weitere Bedingungen festgelegt.
Kaufpreis nachvollziehbar verhandeln
Der Käufer sollte seine Preisvorstellung auf die Ergebnisse der Unternehmensbewertung und der Due Diligence stützen.
Werden während der Prüfung finanzielle Risiken oder notwendige Investitionen festgestellt, können diese bei den Verhandlungen berücksichtigt werden.
Eine sachliche Argumentation schafft eine bessere Grundlage für eine Einigung.
Zahlungsbedingungen festlegen
Die Parteien müssen vereinbaren, wann und auf welche Weise der Kaufpreis bezahlt wird.
Je nach Situation kommen beispielsweise eine vollständige Zahlung bei Vertragsabschluss, gestaffelte Zahlungen oder andere vertraglich geregelte Finanzierungsmodelle infrage.
Alle Bedingungen sollten eindeutig dokumentiert werden.
Garantien und Haftungsfragen klären
Der Käufer sollte darauf achten, dass wichtige Angaben des Verkäufers im Kaufvertrag angemessen abgesichert werden.
Dazu können Vereinbarungen über die Richtigkeit bestimmter Finanzinformationen, bestehende Verpflichtungen oder bekannte rechtliche Risiken gehören.
Die konkreten Garantien und Haftungsregelungen müssen auf die jeweilige Transaktion abgestimmt werden.
Übergangsunterstützung vereinbaren
Häufig ist es sinnvoll, wenn der bisherige Eigentümer den Käufer nach dem Abschluss noch für eine bestimmte Zeit unterstützt.
Er kann wichtige Kunden vorstellen, betriebliche Abläufe erklären und sein Wissen über Lieferanten und Geschäftspartner weitergeben.
Dauer, Aufgaben und Bedingungen dieser Unterstützung sollten bereits während der Verhandlungen festgelegt werden.
Rechtliche und steuerliche Aspekte in der Schweiz beachten
Ein Unternehmenskauf sollte nicht allein aus wirtschaftlicher Sicht betrachtet werden. Auch die gesetzlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen müssen berücksichtigt werden.
Gesellschaftsrechtliche Anforderungen prüfen
Je nach Rechtsform und Transaktionsart können unterschiedliche Anforderungen gelten.
Beim Kauf von Gesellschaftsanteilen müssen beispielsweise die geltenden Übertragungsbestimmungen und allfällige Zustimmungserfordernisse beachtet werden.
Auch Änderungen bei der Geschäftsführung, den Zeichnungsberechtigungen oder den Eigentumsverhältnissen können zusätzliche Schritte erfordern.
Arbeitsrechtliche Fragen berücksichtigen
Wenn ein Unternehmen Mitarbeitende beschäftigt, müssen die bestehenden Arbeitsverhältnisse und die Auswirkungen der Übernahme geprüft werden.
Besonders bei einer Übertragung eines Betriebs oder Betriebsteils sind die gesetzlichen Bestimmungen zu beachten. Die Rechte der Mitarbeitenden dürfen nicht ausser Acht gelassen werden.
Steuerliche Folgen analysieren
Die steuerlichen Auswirkungen können je nach Transaktionsstruktur, Rechtsform und persönlicher Situation unterschiedlich sein.
Deshalb sollte vor dem Abschluss geklärt werden, welche steuerlichen Verpflichtungen entstehen und welche Gestaltungsmöglichkeiten rechtlich zulässig sind.
Kaufvertrag professionell erstellen lassen
Der Kaufvertrag bildet die Grundlage für die rechtliche Umsetzung der Übernahme.
Er sollte insbesondere folgende Punkte regeln:
- Kaufgegenstand und Umfang der Übernahme
- Kaufpreis und Zahlungsmodalitäten
- Zeitpunkt des Eigentumsübergangs
- Voraussetzungen für den Abschluss
- Gewährleistungen und Haftung
- Umgang mit bestehenden Verpflichtungen
- Übergabe von Dokumenten und Vermögenswerten
- Vertraulichkeit und Wettbewerbsregelungen, soweit zulässig
Eine fachkundige juristische Prüfung ist vor der Unterzeichnung empfehlenswert.
Die Unternehmensübernahme nach dem Kauf erfolgreich umsetzen
Mit dem Vertragsabschluss ist der Übernahmeprozess noch nicht vollständig abgeschlossen. Die ersten Wochen und Monate sind entscheidend, damit der Käufer die Verantwortung übernehmen und den Betrieb stabil weiterführen kann.
Einen strukturierten Übergabeplan erstellen
Ein Übergabeplan sollte festlegen, welche Informationen, Aufgaben und Verantwortlichkeiten übertragen werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Zugang zu wichtigen Geschäftssystemen
- Übergabe von Buchhaltungsunterlagen
- Informationen über Kunden und Lieferanten
- Dokumentation interner Prozesse
- Übersicht über laufende Projekte
- Übertragung von betrieblichen Verantwortlichkeiten
Ein klarer Ablauf verhindert, dass wichtige Aufgaben übersehen werden.
Mitarbeitende kennenlernen und einbeziehen
Die Mitarbeitenden verfügen häufig über wertvolles Wissen über die täglichen Abläufe und die Kundenbedürfnisse.
Der neue Eigentümer sollte sich deshalb ausreichend Zeit nehmen, die Teammitglieder kennenzulernen und ihre Aufgaben zu verstehen.
Eine offene und sachliche Kommunikation kann helfen, Vertrauen aufzubauen und die Zusammenarbeit zu stabilisieren.
Kundenbeziehungen weiterführen
Nach dem Eigentümerwechsel sollten wichtige Kunden möglichst früh über die neue Unternehmensführung informiert werden.
Der Käufer sollte verdeutlichen, dass bestehende Leistungen und Ansprechpartner weiterhin zuverlässig organisiert werden.
Besonders bei Unternehmen mit wenigen Grosskunden ist eine sorgfältige Betreuung entscheidend.
Bestehende Prozesse zunächst verstehen
Neue Eigentümer möchten häufig schnell Veränderungen umsetzen. Dennoch ist es sinnvoll, zunächst die vorhandenen Abläufe zu analysieren.
Erst wenn die wichtigsten betrieblichen Zusammenhänge verstanden sind, sollten grössere organisatorische oder strategische Anpassungen vorgenommen werden.
Typische Fehler beim Unternehmenskauf vermeiden
Ein sorgfältig geplanter Übernahmeprozess kann viele Risiken reduzieren. Besonders die folgenden Fehler sollten Käufer vermeiden.
Zu wenig Vorbereitung: Wer ohne klare Kaufkriterien sucht, verliert häufig Zeit mit ungeeigneten Angeboten.
Ungeprüfte Finanzinformationen: Die Angaben des Verkäufers sollten durch eine unabhängige Prüfung nachvollzogen werden.
Zu hohe Kaufpreiszahlung: Ein Kaufpreis sollte auf einer realistischen Bewertung und nicht ausschliesslich auf den Erwartungen des Verkäufers beruhen.
Verborgene Verpflichtungen übersehen: Bestehende Kredite, Rechtsstreitigkeiten oder vertragliche Bindungen können die zukünftige Entwicklung belasten.
Finanzierung nicht rechtzeitig klären: Ohne gesicherte Finanzierung kann sich ein vielversprechender Kaufabschluss verzögern oder scheitern.
Übergabe unterschätzen: Fehlendes Wissen über Kunden, Lieferanten und interne Abläufe kann nach der Übernahme zu Problemen führen.
Zu schnelle Veränderungen: Wer bestehende Strukturen ohne ausreichende Analyse verändert, riskiert den Verlust wichtiger Mitarbeitender oder Kunden.
Fazit
Ein Unternehmen in der Schweiz zu kaufen, bietet eine interessante Möglichkeit, eine bestehende Geschäftstätigkeit zu übernehmen und unternehmerische Ziele zu verwirklichen. Damit die Übernahme langfristig erfolgreich wird, sollte der gesamte Prozess sorgfältig vorbereitet und strukturiert umgesetzt werden.
Entscheidend sind eine gezielte Suche nach geeigneten Firmen, eine realistische Unternehmensbewertung und eine umfassende Prüfung der wirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Verhältnisse. Auch die Finanzierung, die Vertragsgestaltung und die Organisation der Übergabe verdienen besondere Aufmerksamkeit.
Eine spezialisierte Firmenbörse Schweiz kann dabei helfen, passende Kaufangebote zu entdecken und den Kontakt zu potenziellen Verkäufern herzustellen. Mit klaren Kaufkriterien, professioneller Beratung und einer durchdachten Übernahmestrategie schaffen Käufer eine solide Grundlage für den Einstieg in ein bestehendes Unternehmen und dessen erfolgreiche Weiterentwicklung.

